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Warum braucht es eigentlich einen Berufsverband für Training, Beratung und Coaching?

Warum braucht es eigentlich einen Berufsverband für Training, Beratung und Coaching?

Wie organisiert sich eigentlich eine Branche, die zu einem großen Teil aus Soloselbstständigen besteht? Wer vertritt ihre beruflichen Interessen? Wo findet fachlicher Austausch statt? Wo werden neue Entwicklungen diskutiert? Und wo finden Unternehmen und Personalverantwortliche geeignete Expert:innen?

Trainer:in, Berater:in oder Coach – drei Berufsbezeichnungen, die uns heute ganz
selbstverständlich begegnen. In Unternehmen, in der Personalentwicklung, bei
Veränderungsprozessen oder in der Führungskräfteentwicklung.

Doch zumindest in Deutschland gibt es dabei eine Besonderheit: Die Berufsbezeichnungen sind nicht geschützt. Es gibt also keine staatlich festgelegte Ausbildung, die zwingend absolviert werden muss, bevor jemand als Trainer:in oder Coach tätig werden darf.
Umso wichtiger ist die Frage: Wie organisiert sich eigentlich eine Branche, die zu einem großen Teil aus Soloselbstständigen besteht? Wer vertritt ihre beruflichen Interessen? Wo findet fachlicher Austausch statt? Wo werden neue Entwicklungen diskutiert? Und wo finden Unternehmen und Personalverantwortliche geeignete Expert:innen?

Eine Antwort darauf gibt es seit mehr als 60 Jahren: den BDVT e.V. – den Berufsverband Training, Beratung und Coaching.

Von Verkaufsförderung und Training zu einem modernen Berufsverband

Dass die Abkürzung BDVT heute nicht mehr so ganz zum Namen passen will, hat historische Gründe. Der 1964 gegründete Verband ist aus dem „Bundesverband Deutscher Verkaufsförderer und Verkaufstrainer“ hervorgegangen. Heute steht der BDVT für eine wesentlich breitere Branche und vereint Menschen aus Training, Beratung und Coaching sowie angrenzenden professionellen Rollen.

Der BDVT ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Köln und gleichzeitig der älteste Berufsverband dieses Berufsbereichs im deutschsprachigen Raum.

Und wie es sich für einen Verein gehört, bestimmen die Mitglieder mit. Die Mitgliederversammlung wählt das Präsidium. Dieses besteht aus einem Präsidenten bzw. einer Präsidentin und bis zu fünf Vizepräsident:innen, die sich ehrenamtlich engagieren und unterschiedliche Ressorts verantworten. Unterstützt werden sie durch Geschäftsführung, Geschäftsstelle und Akademie.

Damit ist der BDVT eben nicht einfach ein Netzwerk oder eine Plattform, auf der man ein Profil hinterlegen kann. Er ist eine berufsständische Interessenvertretung.

Gerade Soloselbstständige brauchen Gemeinschaft

Viele Trainer:innen, Berater:innen und Coaches arbeiten selbstständig – häufig sogar allein. Und genau das ist einerseits die große Freiheit dieses Berufs und andererseits eine seiner Herausforderungen.

Denn wer soloselbstständig arbeitet, hat nicht automatisch Kolleg:innen im Büro nebenan, mit denen sich schnell eine fachliche Frage diskutieren lässt. Es gibt keine interne Personalentwicklung, die neue Trends aufbereitet. Keine Einkaufsabteilung, die sich mit neuen Tools beschäftigt. Und auch niemanden, der sich automatisch um die Weiterentwicklung des eigenen Geschäftsmodells kümmert.

Ein Berufsverband kann hier etwas leisten, was weit über klassisches „Netzwerken“ hinausgeht.

Im BDVT treffen sich Menschen, die vor ähnlichen beruflichen Fragestellungen stehen. Sie teilen Erfahrungen, diskutieren Entwicklungen der Branche, beschäftigen sich mit neuen Methoden und Tools, bilden sich weiter und unterstützen sich gegenseitig.

Gleichzeitig darf bei aller Begeisterung für Inhalte eines nicht vergessen werden: Selbstständigkeit bedeutet auch Unternehmertum.

Deshalb beschäftigt sich der BDVT ebenso mit Positionierung, Sichtbarkeit, Akquise, Honoraren und Businessentwicklung. Ein Beispiel dafür ist der regelmäßige „Impuls für Selbstständige“, der gezielt Themen rund um das eigene Business aufgreift.

Denn ein:e hervorragende:r Trainer:in, Berater:in oder Coach muss nicht automatisch auch ein:e gute:r Unternehmer:in sein.

Regional verbunden – und fachlich spezialisiert

Dabei findet der Austausch keineswegs nur auf Bundesebene statt.
Der BDVT verfügt über Regionalgruppen in Deutschland und ist auch in Österreich vertreten. Dort treffen sich Mitglieder und Gäste zu Veranstaltungen, Weiterbildung und Erfahrungsaustausch. Gerade für Soloselbstständige entsteht dadurch etwas Wertvolles: ein professionelles Netzwerk direkt vor Ort.

Daneben gibt es Fachgruppen wie Teamentwicklung, Neues Lernen oder Analyse & Diagnostik. Hier steht nicht die geografische Nähe, sondern das gemeinsame fachliche Interesse im Mittelpunkt. Die Gruppen beschäftigen sich mit speziellen Themen und Entwicklungen und teilen ihre Erkenntnisse wiederum mit der Community.

So entsteht beides: die Vernetzung mit Menschen aus der eigenen Region und gleichzeitig der Austausch mit Kolleg:innen, die an ähnlichen fachlichen Themen arbeiten.
Und es gibt Projektverantwortliche, die sich beispielsweise um den Europäischen Trainingspreis kümmern.

Und was hat die Personalentwicklung davon?

Eine ganze Menge.

Denn die Frage funktioniert schließlich auch andersherum: Wenn die Berufsbezeichnungen Trainer:in, Berater:in und Coach in Deutschland nicht geschützt sind – wo finden Personalentwickler:innen, HR-Verantwortliche und Unternehmen geeignete Expert:innen für ihre Projekte?

Auch dafür bietet der BDVT eine Anlaufstelle.

Über die Expert:innen-Suche können Unternehmen gezielt nach BDVT-Mitgliedern suchen. Dabei lässt sich beispielsweise nach Themen, Branchen, Zielgruppen, Sprachen und Regionen filtern. Gesucht werden kann nicht nur nach Trainer:innen, Berater:innen und Coaches, sondern unter anderem auch nach Speaker:innen, Moderator:innen, Facilitator:innen, Mediator:innen, Mentor:innen und Supervisor:innen.

Gerade wenn für ein Projekt kurzfristig externe Unterstützung benötigt wird oder Spezialist:innen für ein bestimmtes Thema gesucht werden, kann ein Berufsverband damit auch für Auftraggebende eine interessante erste Adresse sein.

Und dann gibt es noch die BDVT-Akademie

Ein weiterer Bereich des Verbandes ist die BDVT-Akademie. Dort geht es um Aus- und Weiterbildung sowie Zertifizierungen in Training, Beratung und Coaching. Verschiedene Ausbildungsinstitute und Partner bieten entsprechende Qualifizierungen an; zudem prüft und zertifiziert der BDVT-Angebote nach definierten Anforderungen.

Wer also überlegt, selbst professionell in Training, Beratung oder Coaching einzusteigen oder sich weiterzuqualifizieren, findet auch hier Orientierung.

Was genau hinter den Ausbildungen, Prüfungen, Zertifizierungen und Siegeln steckt, ist allerdings ein Thema für sich – und verdient einen eigenen Beitrag.

Berufsverband bedeutet mehr als ein Logo hinter dem Namen

Vielleicht liegt genau darin der Kern: Ein Berufsverband lebt nicht von seinem Namen und nicht davon, dass möglichst viele Menschen Mitgliedsbeiträge bezahlen.

Er lebt davon, dass Menschen sich beteiligen.

Dass sie Wissen teilen. Dass sie voneinander lernen. Dass sie diskutieren, wohin sich ihr Beruf entwickelt. Dass sie ihre Erfahrungen einbringen und gemeinsam Interessen vertreten, die ein:e einzelne:r Soloselbstständige:r kaum mit derselben Kraft vertreten könnte.

Für Trainer:innen, Berater:innen und Coaches kann der BDVT deshalb fachliches Netzwerk, berufliche Heimat, Interessenvertretung und Unterstützung beim eigenen Business zugleich sein.

Und für Unternehmen, HR und Personalentwicklung?

Vielleicht ein Name, den man sich merken sollte, wenn beim nächsten Mal die Frage auftaucht:
„Kennt jemand eine richtig gute Trainerin, einen passenden Berater oder einen Coach für unser Thema?“

Dann muss die Suche nicht zwangsläufig bei Google oder LinkedIn beginnen.
Sie kann auch bei einem Berufsverband anfangen.

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