
Vier Buchstaben, eine lange Geschichte: BDVT. Viele Mitglieder kennen die Abkürzung, ohne zu wissen, wofür sie ursprünglich stand. Die Antwort führt direkt zur zweiten Frage: Warum ist Vertrieb für Trainer:innen, Berater:innen und Coaches heute genauso entscheidend wie vor über 60 Jahren?
Was bedeutet eigentlich BDVT? Die Geschichte hinter dem Kürzel
Vier Buchstaben, eine lange Geschichte: BDVT. Viele Mitglieder kennen die Abkürzung, ohne zu wissen, wofür sie ursprünglich stand. Die Antwort führt direkt zur zweiten Frage: Warum ist Vertrieb für Trainer:innen, Berater:innen und Coaches heute genauso entscheidend wie vor über 60 Jahren?
Der Gründungsimpuls: So hat alles angefangen
Am 3.-4. Oktober 1964 treffen sich 27 Fachleute aus Marketing und Verkauf auf Burg Hohenscheid an der Wupper und gründen den „Bund Deutscher Verkaufsförderer und VerkaufsTrainer“. Seit seiner Gründung vertritt er zeitgemäß die beruflichen Interessen seiner Mitglieder und unterstützt sie bei der erfolgreichen Umsetzung ihrer Ziele: den Berufen des Verkaufsförderers und des Verkaufstrainers Anerkennung zu verschaffen, das Ansehen zu steigern, und sich im kollegialen Austausch gegenseitig zu qualifizieren. Kurz: Es geht um Professionalisierung.
Seit seiner Gründung 1964 vertritt er zeitgemäß die beruflichen Interessen seiner Mitglieder und unterstützt sie bei der erfolgreichen Umsetzung ihrer beruflichen Ziele.
In den Wirtschaftswunder-Zeiten der 1960er Jahre ist Deutschland ein Eldorado für Verkäufer. Die Idee einen Interessenverband für Verkaufsförderer und -trainer zu gründen, liegt nahe. Die Ziele des BDVT damals: der Austausch von Informationen und Erfahrungen, die Anerkennung der Berufe der Verkaufsförderer und Verkaufstrainer, Gemeinsamkeiten innerhalb des Bundes entwickeln und Lehrtechniken prüfen und weitergeben. Schon damals sollen Qualitätsstandards gesichert und weiterentwickelt werden.
Der stetige Wandel prägt den BDVT
Bis 1980 wächst der BDVT auf bis zu 700 Mitglieder an. Die Verkaufstrainer und Verkaufsförderer prägen nach wie vor den Verband, beeinflussen nach wie vor die Art und Weise, wie man verkauft und tragen so zur Umsatzentwicklung ihrer Unternehmen und zum Wirtschaftswachstum bei.
Zu dieser Zeit wird Marketing immer wichtiger und bedeutender, weil auch die Produktvielfalt und die Anzahl der Wettbewerber deutlich zunehmen. Es ist also an der Zeit, ausgefeilte Marketing-Strategien zu entwickeln, um Waren zu verkaufen. So schlägt die Stunde des Marketings als wissenschaftliche Disziplin: Thesen werden verifiziert, quantifiziert und in besondere Bereiche definiert. Marketing steht bald im Mittelpunkt aller Überlegungen in Unternehmen.
Unser Ehrenpräsident Hans A. Hey erinnert sich: Die Personalchefs der Firmen entscheiden, dass sie die Verkäufer selbst ausbilden, und die Aufgaben der Verkaufsförderung werden im Marketing angesiedelt. 1986 zählt der BDVT nur noch jedes zehnte Mitglied Verkaufstrainer. Zeitgleich gibt es eine „Akademikerschwemme“, und immer mehr Pädagogen und Psychologen werden Trainer und Coaches. Es gibt immer weniger Trainings, die bis dahin fünf Tage am Stück stattfinden – und kaum noch „Verkaufsförderer“. Sie fallen 2008 aus dem Namen; seitdem nennt sich der BDVT „Der Berufsverband für Training, Beratung und Coaching“.
Wer also heute fragt, wofür die vier Buchstaben eigentlich stehen, bekommt damit auch gleich ein Stück Verbandsgeschichte mit: von einer reinen Verkaufsvereinigung zu einem Berufsverband, der drei unterschiedliche, aber eng verwandte Berufszweige unter einem Dach vereint.
Braucht es überhaupt noch einen Berufsverband?
In den späten 1990er Jahren kommen immer mehr Motivations-Gurus als Konkurrenten der klassischen Trainer:innen auf, erinnert sich Hans A. Hey: Showeffekte wie Feuerlauf und Dumpingpreise versprechen kurzfristige Erfolge und locken neue Teilnehmende an. Es kommt zu einem intensiven medialen Schlagabtausch; letztlich kann sich das seriös gemeinte Training wieder etablieren.
Ehrenpräsident Stephan Gingter blickt auf zehn Jahre Präsidentschaft (2014-2024) zurück: In dieser Zeit gibt es viele Herausforderungen, angefangen von rückläufigen Honoraren und wirtschaftlichem Druck (2014), die schwierige Positionierung kleiner Anbieter gegenüber großen Bildungsanbietern (2018), der wachsende Wettbewerb durch Plattformen wie Coachhub (2019), der Stillstand durch Corona (2020) mit der Notwendigkeit, Geschäftsmodelle komplett neu zu denken, und wirtschaftlich und politisch unsichere Zeiten (seit 2022). Dazu kommt ein durch künstliche Intelligenz beschleunigtes Überangebot an Inhalten.
Wofür steht also der BDVT – und was hat er für seine Mitglieder überhaupt erreicht?
Was ist aus dem Vertrieb – dem V im BDVT – geworden?
Auch aktuell gehört „Vertrieb und Akquise“ zu den neun Fachgruppen des BDVT und wird regelmäßig in der Verbandskommunikation aufgegriffen. Es gibt den Online-Austausch zu Auftragslage und Akquise: hier können Mitglieder ihre Erfahrungen teilen, Fragen stellen, Ideen austauschen und voneinander lernen. Fach- und Regionalgruppen greifen das Thema Kundenakquise wiederholt auf.
Darüber hinaus ist der BDVT auch Anlaufstelle für persönliches Netzwerken, den konstanten Austausch unter Mitgliedern und steht für den Erfahrungsgewinn in einer Gemeinschaft von Profis in Training, Beratung und Coaching als Partner der Wirtschaft. Wer sich als Selbstständiger mit berufsständischem Know-how ausstatten möchte, findet hier viele gehaltvolle Antworten auf berufliche Fragen. Das fängt mit der Einführung und Betreuung durch erfahrene Mitglieder an den „Newcomers‘ Days“ an und hört nach 62 Jahren, die es diesen Verband mittlerweile gibt, wohl niemals auf. Was es braucht, sind engagierte Mitglieder, die sich gegenseitig unterstützen. Nicht umsonst ist der BDVT bis heute ein echter „Mitmach-Verband“.
Anmerkung: Dieser Blog-Beitrag zitiert mehrfach aus zwei Quellen: „50 Jahre BDVT – Persönliche Geschichten. 1964-2014.“ Frehner Consulting, Füssen. Projektleitung: Stephan Gingter. 208 Seiten. / „Festschrift 60 Jahre BDVT – 60 shades of blue.“ Petra Franke (Redaktion). 44 Seiten.