Open Educational Resources (OER)

Open Educational Resources bedeuten eine große Chance für die digitale Gesellschaft. Sie haben das Potenzial, unsere Bildungswelt entscheidend zu verändern. Das Internet ermöglicht heute weltweit und jederzeit den Zugriff auf Informationen. Es bietet neue Möglichkeiten des Wissensaustausches und der kollaborativen Wissenserarbeitung, die auch in der Bildung zunehmend Beachtung finden. An die sich hier eröffnenden Möglichkeiten schließen die Open Educational Resources (OER) an: Urheber von Bildungsmaterialien stellen diese unter einer offenen Lizenz zur Verfügung und ermöglichen den Nutzern damit den kostenlosen Zugang und die kostenlose Nutzung, Bearbeitung und Weitergabe der Materialien, ohne oder mit nur geringfügigen Einschränkungen. Im internationalen Bildungsgeschehen findet dieses Konzept immer größere Beachtung. 2012 fand der erste Weltkongress der UNESCO zu Open Educational Resources statt. Die Abschlusserklärung, die „Pariser Erklärung zu OER“, fordert die Mitgliedstaaten der UNESCO auf, die Erstellung und Nutzung offen lizenzierter Bildungsmaterialien zu fördern.*)

Quelle:
*) Neil Butcher, „Was sind Open Educational Resources? Und andere häufig gestellte Fragen zu OER“, deutsche Fassung bearbeitet von Barbara Malina und Jan Neumann, hrsg. Von der Deutschen UNESCO-Kommission, Bonn 2013. Bearbeitete Übersetzung von: Neil Butcher, „A Basic Guide to Open Educational Resources (OER)“, hrsg. Von Commonwealth of Learning und UNESCO 2011, S. 1-22, CC-BY-SA 3.0 Unported: creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de


Praktische Definition von OER

Über eine einheitliche Definition von OER wird immer noch viel diskutiert. Weitgehend anerkannt ist die Definition der UNESCO, die in der „Pariser Erklärung“ im Jahr 2012 formuliert wurde. Im letzten Jahr wurde die Definition ein wenig überarbeitet und vereinfacht. In der deutschen Übersetzung werden unter Open Educational Resources jegliche Arten von Lehr-Lern-Materialien verstanden, die gemeinfrei oder mit einer freien Lizenz bereitgestellt werden. Das Wesentliche an den offenen Materialien ist, dass sie legal und kostenfrei vervielfältigt, verwendet, verändert und verbreitet werden können. OER umfassen Lehrbücher, Lehrpläne, Lehrveranstaltungskonzepte, Skripte, Aufgaben, Tests, Projekte, Audio-, Video- und Animationsformate. Ihre Anwendung beschränkt sich nicht nur auf die schulische Bildung. Sie werden auch in der Weiterbildung und in der informellen Bildung eingesetzt.

OER sind frei, aber nicht kostenlos

Ebenso wie herkömmliche Materialien, müssen auch OER finanziert werden. Doch wie lässt sich der Wert für etwas frei Zugängliches und frei Verwendbares bemessen?
Die Finanzierung von OER ist nicht nur eine Frage der Wertschöpfung, sondern auch der Strukturen. Innovationen sind folglich auch bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen notwendig.**) Erste Ansätze für mögliche Geschäftsmodelle wurden im Rahmen des Projektes MappingOER erarbeitet: mapping-oer.de/themen/geschaeftsmodelle/geschaeftsmodelle-fuer-oer-loesungsansaetze/
Die Realisierung neuer Geschäftsmodelle hängt stark von den Rahmenbedingungen in den Bildungsanbieter agieren können. Deshalb ist eine Differenzierung zwischen den einzelnen Bildungsbereichen vonnöten. Die unternehmerische Weiterbildung, die eine tragende Säule des gesamten Weiterbildungsmarktes darstellt, steht vor der Aufgabe, OER unter wirtschaftlichen Aspekten nachhaltig zu integrieren. Der BDVT stellt sich dieser Herausforderung und trägt durch die Mitwirkung an Fachdiskussionen und Pilotprojekten konstruktiv zur Lösung bei.

Quelle:
**) Projektseite „Mapping OER“: mapping-oer.de/themen/geschaeftsmodelle/ , abgerufen am 04.02.2016, CC-BY 4.0 : creativecommons.org/licenses/by/4.0/   

Lernen Sie im Video, was OER bedeutet.

Das Video wurde von Hedwig Seipel, der BDVT Beauftragten für OER und Digitales Lernen erstellt.

https://www.youtube.com/watch?v=ApkTuMFZvCU

BDVT-Beauftragte OER und Digitales Lernen

Guten Tag, sehr geehrte Damen und Herren,

guten Tag, liebe Kolleginnen und Kollegen,

nun ist es traurige Gewissheit: unsere sehr geschätzte Kollegin Hedwig Seipel ist uns vorausgegangen.

Lange, intensiv und mit unbändigem Willen hat sie um ihr Leben gekämpft – und diesen Kampf am Samstag leider für immer verloren. Das macht uns sehr, sehr traurig.

Wir verlieren mit Hedwig Seipel in erster Linie einen Menschen, der durch seine Geradlinigkeit und Klarheit immer wieder ein herausragendes Vorbild war. Und eine Expertin und Innovatorin im digitalen Lernen. Sie war die anerkannte Spezialistin für e-Learning. Als OER-Aktivistin war sie die Wegbereiterin für das Thema auch in unseren Berufsverband.

Dank Hedwig Seipel fanden wir einen Zugang zu diesem für uns alle wichtigen Thema. Ihrer Ausdauer verdanken wir letztlich das Fördermittelprojekt OER (open educational resources) – Macher und Multiplikatoren in der Weiterbildung. Es ist sehr schade, dass sie den Projektabschluss nicht mehr erleben darf.

Wir verlieren mit Hedwig Seipel einen großartigen Menschen, der in unseren Gedanken bei uns bleibt.

Liebe Hedwig, mit deiner Familie trauern wir um dich, und du bleibst in unseren Herzen.

 

 

Das Foto zeigt sie so, wie sie gerne in unserer Erinnerung bleiben möchte.

Traurige Grüße sendet Ihnen für das Präsidium und die Geschäftsstelle

Stephan Gingter

Präsident BDVT e.V.