30.01.2017

So viel Digitales – oder doch nicht?

Digitalisierung ist das Buzzword des letzten Jahres und Alles rund um digitale Themen wird auch in diesem Jahr nicht an Bedeutung verlieren.

Ein klares Signal der Wirtschaft unterstützt diese These: Die Zukunft der Arbeit ist digital. Dabei müssen wir berücksichtigen, dass zur Digitalisierung das Einschalten von Computern, Mobiltelefonen oder Tablets alleine nicht ausreicht. Dazu gehört auch die Komplexität einer vernetzen Welt sozialer Netzwerke zu verstehen, das Denken der nächsten Generationen (Stichwort Gen Y und Z) einzubeziehen und sich von hierarchischen Strukturen (Stichwort Agilität) zu verabschieden.

Tiefgreifender Wandel und Umdenken sind nötig.

Wer jedoch zu geringe Kenntnisse im Umgang mit digitalen Medien hat, wird mittelfristig immer mehr vom tagtäglichen Alltag und von beruflichen Zukunftschancen abgeschnitten. Digitales hat das Potential zum tiefgreifenden Wandel des Alltags und der Arbeit von und in Unternehmen beizutragen. Dazu braucht es aber ein Umdenken des Einzelnen, der Unternehmen und gesamten Gesellschaft.

Ein Beispiel zum Thema Umdenken: die Bereitstellung von Dateien.

Dropbox (https://www.dropbox.com) ist ein sogenannter Filehosting-Dienst (auch Cloud Storage genannt), der den Austausch von Daten zwischen verschiedenen Personen recht schnell und einfach ermöglicht. So schön so gut. Für Unternehmen stellt Dropbox jedoch aus Sicherheitsgründen immer noch ein Problem dar. Deshalb sollten Unternehmen eigene Lösungen anbieten, doch welche? Da scheint die Digitalisierung momentan noch aufzuhören und viele Unternehmen stellen oftmals nichts bereit. Derweil wäre es sicherlich möglich, Anbieter gibt es schließlich genug, die ähnliche Dienste anbieten. Einer davon, den unsere Fachgruppe ebenso nutzt ist Wetransfer (https://wetransfer.com): Datei hochladen, Empfänger wählen – fertig. Gut: User können hier Dateien bis zu zwei Gigabyte hochladen. Nicht so gut: Die übertragenen Daten bei WeTransfer stehen nur für zwei Wochen online zur Verfügung beim kostenlosen Account. Für eine längere Speicherzeit muss man zum Pro-Account greifen.

Fazit: Digitale Veränderungen beginnen nicht bei der Technologie.

In vielen Unternehmen muss, bevor sich überhaupt über Tools und Technologien unterhalten werden kann, zunächst eine digitale Veränderung, ein sogenannter „digital Change“, stattfinden. Dieser benötigt wiederum zuerst eine digitale Strategie. Dazu werden agilere Strukturen nötig und insbesondere eine digitale Führungskultur.

Es geht also bei der “digitalen Veränderung” nicht nur darum, eine Fülle von Tools kennenzulernen und technisch zu beherrschen, sondern auch im Umgang damit tatsächlich eine digitale Kompetenz zu entwickeln und eine neue Kultur und Haltung zu erlernen.

Autor: Dr. Sandra Niedermeier, Fachgruppenleitung Digitales

 zurück